Historische Persönlichkeiten der Stadt

Nachfolgend finden Sie einen Auszug berühmter Persönlichkeiten, die in Bad Mergentheim geboren wurden oder sich für längere Zeit in der Stadt aufgehalten hatten.

Magister Lorenz Fries

(* 24.06.1489 – † 05.12.1550)

Lorenz Fries wurde im Jahr 1489 in Mergentheim geboren. Er arbeitete als fürstbischöflicher Sekretär, dann als fürstbischöflicher Rat, Geheimsekretär und Kanzlei-Vorstand dreier Würzburger Fürstbischöfe.

L. Fries gilt als der bedeutendste fränkische Geschichtsschreiber des 16. Jahrhunderts. Als sein literarisches Hauptwerk ist seine Würzburger Bischofs-Chronik anzusehen. Sie stellt, aus späterer Sicht geurteilt, seine bedeutendste Leistung dar und hat als sein eigentliches Lebenswerk zu gelten.

Gestorben ist Lorenz Fries am 5. Dezember 1550. Er wurde im Kreuzgang des Doms beigesetzt. Seit dem 18. Jahrhundert ist seine Grabstelle nicht mehr bekannt.

(Quelle: Dr. Gottfried Mälzer, „Magister Lorenz Fries“;1995 Echter Würzburg)  

Ottmar Mergenthaler

Ottmar Mergenthaler an der LinotypeOttmar Mergenthaler (* 11.05.1854 - † 28.10.1899), Lehrersohn und Uhrmacher aus Bad Mergentheim-Hachtel, erfand 1886 die „Linotype“, die erste Zeilensetz-, Gieß- und Ablegemaschine von Schriftzeichen, die durch eine schreibmaschinenähnliche Tastatur bedient wird. Die Gussformen (Matrizen) werden per Tastenanschlag aus einem Magazin abgerufen, danach zu einer Zeile zusammengefügt und mit Letternmetall ausgegossen. Die Matrizen werden nach dem Gießen zur Wiederverwendung in das Magazin zurücksortiert. Bücher, Zeitschriften, Tageszeitungen, wissenschaftliche und religiöse Schriften konnten nun massenweise hergestellt und verbreitet werden. 

Im Rathaus von Hachtel hat man Ottmar Mergenthaler zu Ehren eine Gedenkstätte errichtet. Die größte Attraktion ist eine der ältesten Linotype-Setzmaschinen.

Hans-Heinrich Ehrler 

(*07.07.1872 - † 14.06.1951)

Hans-Heinrich-EhrlerAm 07. Juli 1872 wurde Hans Heinrich Ehrler in Mergentheim geboren. Er begann sein Arbeitsleben als Redakteur in Köln, arbeitete später als Redakteur in Stuttgart und Heilbronn und versuchte sich als freier Schriftsteller. Seit 1902 druckte das Feuilleton der „Frankfurter Zeitung“ seine Versuche. 

Im Oktober 1904  zog er an den Bodensee und wurde Schriftleiter der „Konstanzer Abendzeitung“. 1907 übersiedelte er nach Karlsruhe, wo er als Hauptschriftleiter des „Badischen Landesboten“ arbeitete. Ab 1911 war er als freier Schriftsteller tätig und sein erstes Buch „Die Briefe vom Land“ erschien. Es folgten die ersten Gedichtbände. Während des 1. Weltkrieges arbeitete Hans Heinrich Ehrler in den Militärverwaltungen Konstanz und später Stuttgart. 1926 entstand „Die Reise in die Heimat“ und das Spiel „Der Spiegel des Hoch- und Deutschmeisters Maximilian Franz“, welches zur 100-Jahr-Feier der Entdeckung des Bades im Schlosshof aufgeführt wurde. 1926 zog Hans Heinrich Ehrler in die Siedlung Liebenau in Waldenbuch. Dort lebte er bis zu seinem Tod am 14. Juni 1951. Im Jahr 1953 wurde er in den Friedhof seiner Heimatstadt umgebettet.

Der schwäbische Poet Eduard Mörike in Bad MergentheimMörikekabinett im Deutschordensmuseum

1844 bis 1851 lebte Eduard Mörike in Mergentheim. Berühmtes Zeugnis dieser Zeit ist das Haushaltsbuch, das über den Alltag der Mörikes Auskunft gibt. In dieser Zeit entstanden die "Idylle vom Bodensee" und neue Gedichte. 1851 heiratete Mörike in der Schlosskirche von Bad Mergentheim die Offizierstocher Margarethe Speeth.

Mörike-Kabinett im Deutschordensmuseum

„Lamentoso. Was esse mer heut?“ diese Frage beschäftigte Eduard Mörikes Schwester Klara ebenso wie viele Menschen heutzutage. Ihr berühmter Bruder jedoch hat solche alltäglichen Eindrücke der Aufzeichnung für wert befunden und sie feinsäuberlich in ein Haushaltungsbuch eingetragen. Das Buch kam 1904 ins Museum und spielt die Hauptrolle im Mörike-Kabinett. Die illustrierenden Zeichnungen, die Mörike zu den kargen Ausgaben und Einnahmen gesellte, vermitteln sehr verschiedenartige Eindrücke vom damaligen Leben eines gerade bekannt werdenden Dichters.

Eduard Mörike lebte von 1844 bis 1851 in Mergentheim. Er war seit kurzem als Pfarrer außer Diensten gestellt, konnte sich ganz dem Schreiben widmen und erklomm eine Stufe nach der anderen zur breiten Anerkennung. Dokumentation und Inszenierung im Mörike-Kabinett des Deutschordensmuseums entwerfen ein Bild des Schriftstellers und seiner Umgebung in dieser Zeit.
Weitere Informationen sowie Literatur zu Eduard Mörike (z.B. Mörikes Haushaltungsbuch) erhalten Sie im Deutschordensmuseum.