Die Entdeckung der Heilquellen

Gesicherten Erkenntnissen nach waren die Bittersalzquellen schon in der Bronzezeit bekannt. Durch Naturereignisse wurden die Quellen verschüttet und fielen für 3.000 Jahre der Vergessenheit anheim.

Der Schäfer Gehrig entdeckte 1826 die Heilquellen wieder. (Foto: Holger Schmitt)
Der Schäfer Gehrig entdeckte 1826 die Heilquellen wieder. (Foto: Holger Schmitt)
Es war am 13. Oktober 1826, als der Schäfer des Johanniterhofes, Franz Gehrig, seine Herde rechts der Tauber weidete. Da bemerkte er, dass sich seine Schafe um eine Sickerstelle drängten. Vorsichtig kostete der Schäfer von dem Wasser - es schmeckte bitter und salzig. Gehrig meldete seinen Fund beim Stadtschultheißen Kober auf dem Rathaus. Dieser besichtigte noch am selben Tag mit Stadträten und dem Oberamtsarzt Christan Friedrich Bauer die Quelle. Sie benachrichtigten das Oberamt und veranlassten die ersten Untersuchungen. Das Gutachten ergab, dass das Wasser mit dem damals schon berühmten Kissinger Wasser vergleichbar sei.  
 
Am 23. Juni 1829 begann die erste Mergentheimer Kursaison. Aus bescheidensten Anfängen heraus entwickelte sich im Laufe der Zeit der Kurbetrieb, der die Stadt mehr und mehr prägte. Zur Hundert-Jahr-Feier der Quellentdeckung erhielt die Stadt am 2. August 1926 das Prädikat “Bad“; von da an lautete ihre amtliche Bezeichnung “Bad Mergentheim“. Der Ausbruch des II. Weltkrieges brachte für den Kurbetrieb einen gewaltigen Rückschlag. Bad Mergentheim wurde Lazarettstadt. Diesem Umstand hat es Bad Mergentheim aber auch zu verdanken, dass es bei den schweren Kämpfen im Taubertal von Beschuss und Fliegerangriffen fast ganz verschont blieb.
 
In der Folgezeit konnte die Gesundheitsstadt einen anhaltenden Aufschwung und einen stetigen Anstieg der Kurgastzahlen verzeichnen. Ein Gipfelpunkt wurde mit ca. 1,4 Millionen Übernachtungen bei 6.000 Gästebetten im Jahre 1972 erreicht. Danach erfolgten wegen allgemeiner Rezession Rückgänge bei den Gäste- und Übernachtungszahlen. Obwohl sich in der Folgezeit die Rahmenbedingungen aufgrund weiterer gesetzgeberischer Restriktionen (Gesundheitsreform) verschlechterten, konnte die Badestadt ihre Position als “Übernachtungsmillionärin“ wieder von 1987 bis 1995 behaupten. Bis heute kommt Bad Mergentheim der Rang des größten Heilbades in Baden-Württemberg zu.
 
Alles über die Bad Mergentheimer Trinkquellen, die im Brunnentempel im Kurpark ausgeschenkt werden, erfahren Sie hier. Die Badequelle "Paulsquelle" kommt in den Solebecken der Solymar Therme zum Einsatz.